WikiLeaks, die Rache und die Verführten

Niederländische Polizei verhaftet 16 jährigen
Spiegel online 10.12.2010
Da haben Sie einen erwischt. Jetzt weiß ich nicht wen ich mehr bedauern soll. Die Niederländische Polizei ob dieses kleinen Herings, oder den 16 jährigen weil er wohl nicht wußte was er tat.
Einige Aktivisten im World wide Web haben in den letzten Tagen Angriffe auf diverse weltweit operierende Kredit- und Zahlungsanweisungsfirmen gefahren.Namentlich wurden u.a. MasterCard, Visa, Paypal und einige Andere genannt. Der Grund? Als wenn manche Leute einen Grund bräuchten.
Spendenzahlungen an WikiLeaks würden nicht weiter geleitet.
Nun kann man einerseits argumentieren, warum kommen diese Firmen ihren Aufträgen nicht nach und leiten diese Zahlungen mit denen sie beauftragt wurden nicht weiter. Sie hatten einen Auftrag und haben ihn nicht erfüllt.
Als wäre das nicht schon Grund genug für schlechte Presse. Marketing mässig ein totaler Flop. Darüber hinaus entschuldigten sie diese Aktionen mit fadenscheinigen Gründen, nach dem sich WikiLeaks nicht an die allgemeinen Geschäftsbedingungen gehalten hätte. Autsch, dümmer gehts nicht.
Man mag über WikiLeaks denken was man will, aber das eine Firma deshalb ihren ureigensten Aufgaben nicht nachkommt, nämlich Geld von A nach B zu transportieren, ist nicht hinnehmbar.
Dann muss ich auch als normaler Kunde befürchten, eines Tages wegen an den Haaren herbeigezogenen Gründen, keine Geschäfte mehr über diese Firmen tätigen zu können.
Was dann folgte ist allerdings auch keine vernüftige Antwort auf das Problem.
“Netzaktivisten” fuhren DDOS Angriffe auf die benannten Firmen und legten die Webseiten und wohl auch teilweise ihre Geschäfte zeitweise lahm.
DDOS Angriffe sind in den meisten Ländern dieser Erde strafbar. Aus gutem Grund.
Es ist kein Mittel einer demokratischen Meinungsäusserung. Ich möchte es nicht einmal mit einer Sitzblockade vor einer großen Bank vergleichen.
Und nun haben sie einen erwischt. Einen 16 jährigen der es wohl einfach nur “cool” fand “action” zu machen.
Man wird ihm das Fell über die Ohren ziehen. Seinen Computer samt Daten ist er ja schon los geworden. Einkassiert von Ordnungsbehörden als Beweismittel. Allein das wäre für einen 16 jährigen wohl schon Strafe genug. Aber ich schätze die geschädigten Firmen werden sich auf ihn stürzen wie die Geier und ihn mit absurd hohen Schadensersatzklagen überschütten.
Für einen 16 jährigen ist wohl gerade eine Welt zusammen gebrochen. Viele Menschen in dem Alter meinen alles gehört jedem und ausser “cool” sein ist nichts wichtig. Dieser “Jugendsozialismus” ist weit verbreitet und ansich auch nichts schlimmes. Man soll sich austesten und seine Grenzen kennen lernen.
Eine Grenze hat er jetzt zumindest gefunden.
Was ich an dieser Aktion der DDOS Angriffe verwerflich finde. Diese Aktionen werden aus einer anonymen Masse heraus gefahren. Aus der gleichen Masse die vorher lautstark für die allumfassende Wahrheit gekämpft hat. Die Masse die jetzt zu feige ist ein Gesicht zu zeigen.
Weil sie wissen das ihr Tun kriminell ist.
Und die andere, die diese ganzen Fakten überhaupt nicht in einen Zusammenhang bringen können, mit ins Verderben reissen.
Denn wer aus dieser anonymen Masse wird diesem 16 jährigen vor Gericht beistehen.
Wer wird ihn mit Spenden unterstützen damit er sich einen guten Anwalt leisten kann.
Nur weil er einmal etwas unternommen hat, was für ihn einfach nur “cool” war.

Wenn ihr Aktivisten wirklich so tolle Leute seid, dann zeigt euer Gesicht. Stellt euch der Wahrheit die Ihr so lautstark propagiert. Und zeigt das ihr die Funktion dieser Welt wirklich begriffen habt.
Dann kann ich euch vielleicht ein wenig Ernst nehmen.
Ansonsten seid ihr nichts weiter als kleine dumme Cyberterroristen.

Denn ihr wisst nicht im geringsten was und warum ihr es tut.

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1 Kommentar

  • 1. Halina replies at 11th Dezember 2010 um 03:14 :

    Gut gefuehrter Blog, gefaellt mir super. Auch tolle Themen.

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